Neubau Hallenbad Stadtlohn
Realisierungswettbewerb 2026
Landschaftsplanung: MERA
Visualisierung: atelier tata
STÄDTEBAULICHES KONZEPT – „Das Bad im Park“
Das neue Hallenbad wird im nord-östlichen Bereich des Grundstücks verortet. Hierdurch entsteht in Richtung der Uferpromenade eine begrünte Freifläche, die das neue Entree des Losbergparks aus Richtung der Berkelbrücke bildet. Der Losepark erhält durch diese Maßnahme bereits von der Uferpromenade aus erlebbar eine neue Adresse. Das neue Hallenbad wird somit, ebenso wie die Minigolfanlage, das Freibad und das Stadion, zu einem weiteren, frei platzierten Baustein im Park.
Die notwendige Stellplatzanlage ist in den begrünten „Inseln“ im Vorbereich integriert und durch Pflanzungen visuell vom Parkraum abgeschirmt. Die notwendige Einfriedung des Freibadbereichs wird durch die Einbettung in dichte Pflanzstrukturen optisch aufgelöst und fügt sich als unauffälliger Bestandteil in das grüne Entree des Parks ein. Gleichzeitig wird hierdurch der Blickschutz zur Liegewiese des Freibades sichergestellt.
ARCHITEKTONISCHE LEITIDEE – „Fließende Raumfolgen“
Die unterschiedlichen Funktionsbereiche – von den Umkleiden über die Gastronomie bis hin zur Technik – sind als separate „Boxen“ konzipiert, die von einem gemeinsamen Dach überspannt werden. Zwischen den Boxen befindet sich der eigentliche Schwimmbadbereich mit den drei Becken als fließende, lichtdurchflutete Raumfolge.
Großzügige Glasfassaden stellen den Bezug zum Außenraum her: während zum Losbergpark hin dichtere Pflanzungen den Sichtschutz und die Privatheit der Badegäste wahren, öffnet sich das Gebäude zum bestehenden Freibadbereich mit maximaler Transparenz.
RAUM UND MATERIALITÄT – „Der Innenraum als Teil der Landschaft“
Zentrales Entwurfselement des neuen Hallenbades ist die starke Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.
Das Foyer des Haupteingangs lässt sich mittels einer Glasfaltwand bei gutem Wetter zum Vorplatz öffnen. Der Bodenbelag der Außenräume wird konsequent in den Eingangsbereich hineingeführt, wodurch sich das Gebäude mit der Parktopografie verbindet. Die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmt.
Der lichtdurchflutete Innenraum ist geprägt durch helle, natürliche Materialien. Die Oberflächen der Boxen erhalten allseitig Oberflächen aus Keramikfliesen. Die Untersicht des Daches wird mit Holzlamellen bekleidet und sorgt für eine gute Raumakustik. Durch die reduzierte Materialwahl entsteht eine ruhige und behagliche Atmosphäre. Das wiederkehrend eingesetzte Fliesenmaterial der „Boxen“ unterstreicht die Vernetzung von Innen- und Außenraum und löst deren Trennung optisch auf.
Das Schwimmerbecken als größtes Becken wurde zentral im Gebäude zum Freibad hin angeordnet. Die weiteren Becken sind über die daran anschließende Hauptverteilerachse erschlossen. Durch die Verortung des Lehrschwimmbeckens am Foyer, können die Eltern den Kindern beim Schwimmunterricht zusehen. Das Planschbecken hingegen wurde – zum Schutz der Kinder vor den tiefen Becken – separiert angeordnet und durch eine Glaswand getrennt.
KONSTRUKTION UND BAUWEISE – „Wenn möglich Holz“
Der Entwurf setzt - wo es sinnvoll ist - auf eine ressourcenschonende Holzbauweise. Die vorgefertigten Holzelemente der Primärstruktur sorgen für kurze Bauzeiten und eine exzellente Ökobilanz, während mineralische Baustoffe wie Kalksandstein nur in den Sanitär- und Duschbereichen eingesetzt werden, wo Feuchteschutz und Robustheit priorisiert werden. Die Gründung mit CO2-armem Recyclingbeton auf Schaumglasschotter stellt eine besonders klimafreundliche und kreislauffähige Bauweise da.
Die kompakte Bauform löst das Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie weitestgehend auf. Sie bildet die Basis für einen wirtschaftlichen Betrieb bei gleichzeitig minimalem Ressourceneinsatz mit den damit einhergehenden reduzierten Baukosten sowie hoher wirtschaftlicher Rentabilität.